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Auf dieser Seite möchten wir zeigen, wie ein Modul von der Idee bis zur Fertigstellung entsteht. Die Idee In der Nachbereitung der Ausstellung 2005 in Berlin zeigte sich, dass wir noch eine leistungsfähige Wendeschleife benötigen. Diese sollte neben Überholmöglichkeiten auch das Abstellen von Zügen ermöglichen. Um die Schleife möglichst frei im Modulsystem einsetzen zu können, darf die Strecke nicht auf dem Modul enden. Nach einigen Überlegungen entstand der untenstehende Gleisplan. Die Ankunft der hier endenden Züge erfolgt auf zwei Gleisen (Gleis 11 und 12), so dass bereits Überholungen möglich sind. Im dann folgenden eingleisigen Bogen (Gleis 14) kann ein weiterer Zug warten. Für die Abfahrt stehen ebenfalls zwei Gleise (Gleis 15 / 16 und 8 / 9) zur Verfügung, welche beide aus der Schleife angefahren werden können. Züge, die nur durchfahren, müssen über das äußere Gleis fahren. Die Länge der Abfahrtsgleise beträgt ca. 700 mm, so dass gegebenenfalls zwei Züge Platz finden. Über den Gleiswechsel Weiche 3 / 4 können bei besonders hoher Zugfolge Zweirichtungsfahrzeuge auf Gleis 3 wenden. Nachdem das Betriebskonzept einen recht regen Betrieb zulässt und allen gewünschten Anforderungen genügt, musste noch ein realistischer Grund für die Schleifenanlage gefunden werden. Hierzu gab es verschiedene Gedanken - Bahnhof, Industriegebiet oder ein Messeeingang. Die Wahl fiel auf letzteres. Durch Bahnsteigflächen, breite Wege und eine Teil einer Messehalle ließ sich die Landschaft gut gestalten.
Der Anfang Im ersten praktischen Schritt wurde der Gleisplan auf die Grundplatte des Moduls übertragen. Hier konnten dann die ersten Stellproben erfolgen. Je genauer die Vorüberlegungen und die Zeichnungen ausgeführt werden, umso weniger Überraschungen gibt es bei der Umsetzung.
Die Stellprobe auf dem Modulkasten zeigt, dass alle Aufstelllängen reichen und die gedachte Landschaftsgestaltung passt. Die Gleise Alle Gleise entstanden in der nun schon bewährten Plastbauweise. Die Grundplatten wurden genau nach Gleisplan gefräst, so dass kein weiterer Zuschnitt notwendig war. Für die Eindeckung konnten weitestgehend Standardteile genutzt werden. Die Weichen entstanden auf diesem Modul nach einer verbesserten Konstruktion und alle Stumpfweichen erhielten erstmalig keine Zungen mehr. Durch diese einheitlichen Lösungen konnte trotz verschiedener Sonderbauarten der Konstruktions- und Fertigungsaufwand in erträglichen Grenzen gehalten werden.
Blick auf die Schleifeneinfahrt, rechts sind Unterteile für die beiden Ankunftsgleise bereits aufgeschraubt.
Die interessanteste Gleiskonstruktion befindet sich an der Schleifenausfahrt. Hier kreuzt das Streckengleis innerhalb der Weiche zu den beiden Abfahrtsgleisen. Die kreisförmige Aussparung nimmt später den Drehteller der Zunge auf und in der rechteckigen Aussparung bewegt sich die Stellschwelle.
Nach der Montage der Gleisunterteile erfolgt der Zuschnitt der Schienenprofile und mit deren Befestigung gleichzeitig das Eindecken der Gleisanlage. Um nicht immer die gleichen Arbeiten ausführen zu müssen, entstand schon der Grundkörper für die zukünftige Messehalle.
Vor dem vollständigen Deckenschluss werden noch alle Drähte angelötet. Diese Stellen werden später mit Spachtelmasse verschlossen, da dies weniger Arbeit macht, als die Plastabdeckungen von unten auszusparen. Zu sehen ist hier die neue Konstruktion der Weichenzungen sowie rechts die zungenlose Stumpfweiche. Nach dem Gleisbau werden die übrigen Straßen-, Fußweg- und Bahnsteigflächen gebaut. Insbesondere an den Bahnsteigen fanden mit vielen verschiedenen Fahrzeugen Profilmessungen statt. Wie beim Vorbild verhalten sich auch im Modell die einzelnen Fahrzeugtypen insbesondere am Bogenanfang und -ende sehr unterschiedlich. Die Bahnsteige wurden deshalb nur aus 1 mm hohen Plaststreifen gebaut, so dass die Niederflurfahrzeuge diese leicht überstreichen können. Die Fahrleitung Der nächste große Arbeitsschritt war die Errichtung der Fahrleitungsanlage. Die Masten entstehen aus 3 mm Messinggewindestangen, die später mit Papier umwickelt werden. Diese Bauform hat zwei Vorteile. Zum einen können die Masten angeschraubt werden und das Messing lässt sich gut mit den Querfeldern verlöten. Für die Querfelder und den Fahrdraht verwenden wir 0,6 bzw. 0,7 mm Schweißdraht für das Schutzgasschweißen. Diesen verkupferten Stahldraht gibt es preiswert auf großen Rollen im Baumarkt. Um den gerollten Draht gerade zu bekommen gibt es vom Modellbahnfreund Andreas Lange (www.rbd-breslau.de) folgenden Trick: Ein Ende im Schraubstock fest spannen und das andere Ende mit einer Öse versehen. In die Bohrmaschine einen Haken einspannen, dann den Haken in die Öse und alles schön straff halten. Bei nicht zu geringer Drehzahl wird der Draht solange gedreht bis er abreißt. Nun hat man ein wunderbar gerades Stück Fahrdraht. Der Fahrdraht selbst wird direkt an den Querfeldern befestigt. In der gestalteten Epoche 3 gab es ohnehin nur sehr wenige Straßenbahnstrecken mit nachgespannter Fahrleitung. Die Ausführung mit Seitenhaltern oder Seilgleitern ist ebenso möglich, erfordert jedoch einen zusätzlichen Arbeitsaufwand und macht die Fahrleitung wie im Vorbild sehr beweglich. Für die einfache Befestigung spricht noch die sehr hohe mechanische Stabilität der gesamten Fahrleitung. Insbesondere bei Modulen, die häufig auf- und abgebaut werden, gibt es eine nicht zu unterschätzende Belastung auf der Fahrleitung.
Hier ist die Fahrleitungsanlage an der Schleifeneinfahrt zu sehen. Wie beim Vorbild wurden so weit als möglich Wandbefestigungen genutzt. Die Fahrleitung wird in Einzelstücken zwischen den Querfeldern eingehangen und verlötet. Die elektrischen Anschlüsse Alle Drähte werden auf einer zentralen Lötleiste aufgelegt. Notwendige Verschaltungen erfolgen dann mit kurzen Drahtstücken innerhalb der Lötleisten. Grundsätzlich gibt es unter jedem Modul folgende "Kabelstrassen"
Für diese Leitungen werden nur geringe Querschnitte (0,14 mm²) verwendet, da die Spannungsabfälle auf Grund der Längen noch vertretbar sind und sich die dünnen Drähte gut in die SubD-Buchsen einlöten lassen. Für die zentrale Spannungsversorgung werden noch unter jedem Modul 5 Leitungen mit mindestens 0,75 mm² verlegt. Diese dienen:
Um Verwechslungen beim Aufbau sicher auszuschließen werden diese Leitungen über 9 polige SubD-Stecker verbunden. Hierbei werden außer für die -8V immer zwei Kontakte parallel benutzt. Der Probebetrieb Sobald das Modul fahrfähig ist, wird vor dem Beginn der weiteren Landschaftsgestaltung ein ausgiebiger Fahrbetrieb durchgeführt. Hierbei auftretende Unzulänglichkeiten lassen sich dann ohne große Zerstörungen beseitigen.
Der erste Betriebstag auf dem neuen Modul. Für den Test kommen möglichst alle Fahrzeugkonstruktionen (kleine Zweiachser, große Zweiachser, Vierachser, Gelenkzüge aber auch verschiedene Zugkombinationen) zu Einsatz.
Die Ausgestaltung Nachdem alle technischen "Einrichtungen" des Moduls ausgiebig getestet wurden, beginnt die Landschaftsgestaltung. diese lässt sich in mehrere Bereiche einteilen, wobei die Reihenfolge der Gestaltung je nach Lust und Laune erfolgt. Zum einen müssen nun alle Gebäude gebaut bzw. fertig gestellt werden. Zum anderen sind alle Oberflächen entsprechend der Nutzung zu gestalten, also Straßen, Fußwege aber auch Wiesen. Ein bisschen Grün sollte auf jedem Modul vorhanden sein, das lockert zum einen gut auf und bietet meistens auch einen Blickfang. Das Pflastern der Gleise nach dem Bau der Fahrleitung, erscheint zwar auf den ersten Blick etwas umständlich, hat aber den Vorteil, das die Funktionalität jederzeit wieder geprüft werden kann. Sind alle Oberflächen gestaltet und es gibt keine Probleme mit einem sicheren Fahrbetrieb, erfolgt in einem letzte Schritt die Bevölkerung des Moduls. Man sollte die Anzahl der Figuren keinesfalls unterschätzen. Auf diesem Modul sind mittlerweile 170 (einhundertsiebzig) Figuren verbaut und es gibt immer noch Stellen die leer wirken. Aus Kostengründen kommen fast ausschließlich unbemalte Figuren zum Einsatz. Somit besteht ständig der Bedarf ein paar Figurenspritzlinge anzumalen. Durch den quasi ständigen Bedarf an Figuren, sollte man dabei zur Serienfertigung übergehen. Zuerst alles in Hautfarbe, dann kommen alle Farben für Kleidung, Taschen usw. zum Einsatz und zum Schluss werden Schuhe und Haare angemalt (die von den Figuren, nicht von mitarbeitenden Familienmitgliedern!). Für spezielle Gestaltungsszenen sind meistens besondere Bemalungen oder auch "Umbauten" der Figuren notwendig. Die Gestaltung der Module findet zwar meistens nach ein paar Wochen einen Abschluss und das Modul kann mit zu Ausstellungen gehen, aber durch ständig neue Ideen aus Büchern, Fotos oder eigenem Erleben gibt es auch nach Jahren immer wieder etwas zu verbessern. Wie bei stationären Anlagen, wird ein Modul eigentlich auch niemals perfekt fertig - schließlich hat man ja seine Freude an der ständigen Vervollkommnung. Nur einen wichtigen Unterschied gibt es bei den Modulen gegenüber stationärer Anlagen, es gibt wegen einer neuen Idee keinen Abriss sondern ein neues Modul.
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