|
|
Triebwagen 9 soll wieder fahren! Wanderziele ab Haltestelle Wagenpark 100 Jahre Kirnitzschtalbahn
|
Triebwagen 9 soll wieder fahren! Auch der Triebwagen 9 wurde durch das Hochwasser am 7. August 2010 schwer beschädigt. Da auch er wie alle anderen Fahrzeuge ungefähr 40 cm im Wasser gestanden hat, wurden die Achslager völlig ausgespült und die Fahrmotoren liefen voller Wasser. Regen stört den Triebwagen 9 nicht, das Hochwasser beschädigte ihn jedoch ernsthaft. Nach dem "Ablassen" des Wasser zeigten sich deutliche Rostflächen auf dem Achsstümpfen. Ein Abdrehen ist jedoch auf Grund der bereits erreichten Grenzmaße nicht mehr möglich, so dass zwei neue Achsen angefertigt und eingebaut werden müssen. Die OVPS kann aus verständlichen Gründen weder die personellen Kapazitäten noch die finanziellen Mittel hierfür bereitstellen. Deshalb haben zwei Berliner Straßenbahnfreunde gemeinsam mit Vereinsmitgliedern der "Freunde des Eisenbahnwesens -Verkehrsmuseum Dresden e.V.", die diese Fahrzeuge betreuen und fahren, zu einer Spendenaktion aufgerufen. Jeder der dazu beitragen möchte, den Aufbau des letzten Straßenbahntriebwagens mit Einachsdrehgestellen zu unterstützen, kann hier mithelfen.
Die Geschichte des Triebwagens 9 Triebwagen 9 am Kurhaus in Bad Schandau Die Lockwitztalbahn (ehemalige Strecke Niedersedlitz - Kreischa) bei Dresden beschaffte im Jahr 1926/1927 die beiden Triebwagen 9 und 10II von der Waggonfabrik in Bautzen. Die elektrische Ausrüstung lieferte das Sachsenwerk in Niedersedlitz. Um die engen Kurven sicher befahren zu können, jedoch auch in der Geraden eine ausreichende Laufruhe zu erzielen, erhielten die beiden Triebwagen Einachsdrehgestelle. Damit konnte ein Achsstand von 3300 mm erreicht werden. Angetrieben wurden die Triebwagen von zwei 37 kW Fahrmotoren und es kamen Schleifringfahrschalter vom Typ SF 556 zum Einbau. Diese technische Ausrüstung war sicher nicht auf dem letzten Stand der Entwicklung, jedoch für den geplanten Einsatzzweck ausreichend. In den 50er Jahren wurden die Wagen in 507 und 508 und kurz danach in 508 und 509 umgenummert. Mit der Einführung der EDV Nummern hießen die beiden Triebwagen 240 101-8 und 240102-6. Als weitere Besonderheit wiesen die Triebwagen bis über die Plattformen vorgezogene Oberlichtdächer auf, so wie sie heute noch am Triebwagen 5 der Kirnitzschtalbahn zu sehen sind. Im Rahmen einer Generalreparatur wurden die Dächer auf die heutige Form zurückgebaut und die ursprünglich geteilten Frontscheiben wurde durch einteilige Panoramascheiben ersetzt. Während Triebwagen 10 im Jahr 1974 aus dem Betriebsdienst ausschied und verschrottet wurde, erlebte Triebwagen 9 auch den letzten Betriebstag (18. Dezember 1977) auf der Lockwitztalbahn und zog dort den letzten planmäßigen Zug. Er hatte auch als einziger Altbautriebwagen auf der Lockwitztalbahn einen grün / elfenbein farbenen Anstrich erhalten. Die "Freunde des Eisenbahnwesens" unter der Leitung von Dr. Walter konnten den Triebwagen 9 vor der Verschrottung retten und ihn am 9. April 1979 zur Kinitzschtalbahn überführen. Hier steht er seit dem 13. Oktober 1979 wieder für Sonderfahrten bereit. Bis 1980 erhielt er seine rote Lackierung und erste Wagennummer 9 zurück. Bis zum 6. August 2010 konnte der Triebwagen auf zahlreichen Sonderfahrten durch das Kirnitzschtal eingesetzt werden. Vor seinem nächsten Einsatz sind jedoch umfangreiche Reparaturarbeiten notwendig. Triebwagen 9 an der Haltestelle Pflanzengarten
|