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Triebwagen 9 soll wieder fahren! Wanderziele ab Haltestelle Wagenpark 100 Jahre Kirnitzschtalbahn
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Hochwasser der Kirnitzsch 2010 Nach kräftigen Regenfällen trat am Samstag dem 7. August 2010 die Kirnitzsch über die Ufer. Wurden bei bisherigen Hochwassern nur sehr die tief liegenden Gleisanlagen im Bereich Kurhaus und der Endstellestellenanlage in Bad Schandau überspült, so stieg diesmal das Wasser auch am Depot auf ca. 40 cm über die Gleise an. Durch die starken Regenfälle und den bereits vollgesogenen Boden der an das Kiritzschtal angrenzenden Hochflächen, ergossen sich die Wassermassen fast ungebremst in die Kirnitzsch. Der Bahnbetrieb wurde an diesem Tag bereits gegen 15:00 Uhr eingestellt (letzte Fahrt ab Lichtenhainer Wasserfall um 15:10 Uhr) und die planmäßig in Bad Schandau stehenden Beiwagen in das bisher hochwassersichere Depot gefahren. Diesmal stieg jedoch das Wasser mit unverminderter Geschwindigkeit weiter an. Bereits gegen 18:00 Uhr waren weite Teile des Kirnitzschtals vollständig überflutet und der sonst so friedliche Flusslauf ergoss sich über die gesamte Talbreite. Erst mit nachlassendem Regen sank der Wasserstand weit nach Mitternacht. Zurück blieb ein Bild der Verwüstung. Aus den leidvollen Erfahrungen des Elbehochwassers von 2002 war allen klar, dass der angespülte Schlamm unbedingt vor dem Austrocknen beseitigt werden musste. So wurde am Sonntag sofort mit den Aufräumarbeiten begonnen und eine erste Besichtigung und Aufnahme der entstandenen Schäden vorgenommen. Die Gleislagen waren an mehreren Stellen seitlich unterspült und mussten neu befestigt werden. Die Umsetzanlagen in Bad Schandau und am Lichtenhaier Wasserfall waren vollständig versandet. Unmittelbar vor dem Lichtenhainer Wasserfall war die gesamte Böschungsmauer weggespült. Zu allem Unglück hörte es an den folgenden Tagen nicht auf zu regnen, so dass am 16. August 2010 die Kinitzsch wieder anstieg und erneut zahlreiche Schäden anrichtete. Trotzdem gelang es den Kirnitzschtalbahner den Straßenbahnbetrieb zwischen Bad Schandau und Beuthenfall am 28. August 2010 mit einem Dreiwagenzug und einem jeweils nachfahrenden Solotriebwagen wieder aufzunehmen. Vor der Wiederinbetriebnahme der Fahrzeuge mussten alle Fahrmotoren ausgebaut werden und zum Trocknen nach Dresden gebracht werden. Das gleiche war für alle Bremssolenoiden der Beiwagen erforderlich. Neben den Fahrzeugschäden mussten auch die Werkstätten schnellsten wieder hergerichtet werden, um die Wartung der Fahrzeuge im laufenden Betrieb abzusichern. Ab dem 18. September 2010 waren dann die Triebwagen 1 bis 4 und die Beiwagen 21 bis 26 wieder einsatzfähig, so dass mit zwei Zügen zwischen Bad Schandau und Beuthenfall gefahren werden konnte. Die Schadensbeseitigung der historischen Fahrzeuge wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Den größten Schaden hat der historische Triebwagen 9 erlitten. Die ohnehin immer etwas problematischen Gleitlager wurden vollständig ausgewaschen und die Achsstümpfe zeigten leider deutliche und tiefe Anrostungen. Ein Überdrehen der Achsen ist auf Grund der erreichten Grenzmaße nicht mehr möglich. Zwei Berliner Straßenbahnfreunde haben deshalb gemeinsam mit den "Freunden des Eisenbahnwesens -VDM e.V." zu einer Spendenaktion aufgerufen, um die notwendigen Mittel für die fahrfähige Wiederherrichtung des letzten Triebwagens mit Einachsdrehgestellen zu sammeln. Unter dem Kennwort "Triebwagen 9 soll wieder fahren!" kann jeder auf dem Spendenkonto seinen Betrag leisten. Auch die übrigen historischen Fahrzeuge, der MAN - Zug bestehend aus dem Triebwagen 5 mit Beiwagen 12 und der "Erfurter"-Triebwagen 8 müssen vorerst wegen defekter Fahrmotoren im Depot bleiben.
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